Am oberen Ende der Piazza Sordello steht der Dom (5), dessen Außeres sich aus Bauteilen verschiedener Epochen zusammensetzt. Der mächtige Campanile (um 1140) ist romanisch, vom gotischen Umbau des ausgehenden 14. Jh. blieben die Außenmauern der Kapellen an der rechten Flanke mit steilen Giebeln und Fialen erhalten, die unpassende Fassade wurde 1756-61 von den Österreichern errichtet. Der Innenraum wurde ab 1540 von Giulio Romano nach dem Vorbild frühchristlicher Basiliken Roms vollkommen umgestaltet. In dem fünfschiffigen Raum, den kannelierte Säulen mit durchgehendem Architrav unterteilen, verwendete er allerlei antikisierende Formen, doch blieb das Konzept trotz aller Pracht unentschieden, eher eine Ansammlung von Zitaten als stringente Anwendung antiker Proportionen, Wenig ist hier zu spüren von der konsequenten Erneuerung der Kirchenarchitektur der Renaissance, wie sie Alberti nur wenige Meter entfernt in der 1472 begonnenen Kirche Sant’Andrea prototypisch realisierte (s. S. 278f.). Beachtung verdienen dennoch die Galerien monumentaler korinthischer Säulen, die flachen und tonnengewölbten Kassettendecken der fünf Schiffe, einige Ölgemälde des 16. jh. und verschiedene Fresken des 14.-17. Jh. Hinter dem Dom gruppiert sich um einen schönen Innenhof das so genannte Rigoletto-Haus (6), in dem der tragische Hofnarr aus Verdis gleichnamiger Oper gewohnt haben soll, die bekanntlich am frivolen Hof der Gonzaga in Mantua spielt.