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San Procolo Kirche

San Procolo

Auch San Procolo (38), rechts neben San Zeno, ist eine der ältesten Kirchengründungen in Verona. Schon im 5. Jh. erhob sich hier, auf dem Gebiet eines römischen Friedhofs nahe der Via Gallica, eine frühchristliche Hallenkirche, die im 9. Jh. großzügig umgebaut wurde. Nach den Zerstörungen des Erdbebens von 1 117 wurde sie über einer großen Krypta wieder errichtet. Dem Besucher präsentiert sich San Procolo heute wieder in den romanischen Formen dieses Neubaus, bereichert um sehenswerte Ausstattungsstücke späterer Jahrhunderte.
An den Seitenwänden hinter dem Hauptportal bemerkt man zunächst zwei schöne Marmortriptychen von 1492: das linke ist geschmückt mit den Statuen der Veroneser Bischöfe Eupreprius und Cricinus mit Johanes dem Täufer; das rechte zeigt die Bischöfe Prokulus und Agabius mit dem Evangelisten johannes. Sie wurden angefertigt als Schrein für die Gebeine der dargestellten Bischöfe, die im selben ]ahr in der Krypta entdeckt worden waren, Den Bischof Prokulus zeigt auch die gotische Steinstatue (1392) links des Triumphbogens. Man beachte ebenfalls die qualitätvollen Bilder Veroneser Meister der Renaissance und des Barock; es sind an der linken Seite: Antonio Badiles >Jesus im Tempel< (um 1540) und die beiden, aus San Zeno stammenden Orgelflügel von G. Falconetto (1490); Giorgio Anselmi malte das Hochaltarblatt (Abendmahl,1764) und das Bild >St. Blasius heilt die Kranken< (1745, an der rechten Wand) in dramatischen I-Iell-Dunkel—Ef1°ekten.
Vom Kirchenschiff führen Treppen hinunter in den höchst interessanten Untergrund von San Procolo. Im westlichen, dem Eingang zugewandten Teil, sind Mauerreste des ersten Kirchenbaus und mehrere frühchristliche Bestattungen ausgegraben worden; hier ist auch ein seltener Fund ausgestellt: die große Bleikiste ist eine römische Kasse aus der Kaiserzeit. Nach Osten hin öffnet sich die riesige romanische Krypta in den Ausmaßen einer veritablen Unterkirche; bei ihrem Bau im frühen 12. Jh. wurden ältere Kapitelle des 8./9. Jh. Mit Flechtbandornamenten wieder verwendet. Die Wände schmücken romanische und gotische Fresken, die von Veroneser Familien zwischen dem 12. und dem 14. Jh. gestiftet wurden.

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