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Santi Nazaro e Celso Verona

Santi Nazaro e Celso

Vom Giardino Giusti erreicht man über die Via Muro Padri die Kirche Santi Nazaro e Celso (23). Die Kirche des ehemals mächtigen Benediktinerklosters wurde nach 1464 anstelle einer fünfschiffigen romanischen Basilika in einfachen Formen des Übergangsstils von der Gotik zur Renaissance errichtet. Die Attraktion der Kirche ist die 1488 angebaute Cappella di San Biagio mit ihren Renaissance-Fresken, doch sind auch einige andere Ausstattungsstücke sehenswert.
Von den Altarblättern in den Seitenkapellen des Langhauses beachte man: in der ersten rechten Kapelle die >Bekehrung des Paulus< (von Bernardino India, 1584); in der zweiten Kapelle links ein Hauptwerk des Antonio Badile >Maria erscheint den hll. Antonius, johannes, Benedikt und Blasius< (1544; der grün gekleidete Page soll ein Porträt Paolo Veroneses sein, der in Badiles Werkstatt die Malerei erlernte), Die vier großen Tafeln im Presbyterium bemalte Paolo Farinati in überladenen Kompositionen und vordergründiger Dramatik des Manierismus mit Szenen aus dem Leben des Titelheiligen. Auch die Fresken des Martyriums der beiden Heiligen im Gewölbe stammen von Farinati, der kein guter Freskant war und das Verhältnis der Proportionen auf vorgegebenen Architekturteilen nur unzureichend beherrschte. Ein Meisterwerk der Renaissance—Malerei stellen hingegen die in der Apsis aufgehängten beiden Tafeln von Bartolomeo Montagna aus Vicenza dar. Sie zeigen die hll. johannes der Täufer und Benedikt sowie Nazarius und Celsus und sind Teil eines 1504-07 für diese Kirche gemalten Polyptychons.
Am Ende des linken Seitenschiffs wurde ab 1488 der Zentralbau der Cappella di San Biagio für die Reliquien der hll. Blasius und Julia— na angebaut und in der Folgezeit vollständig ausgemalt. Dieses Meisterwerk harmonischer Renaissance—Architektur soll ein nicht weiter bekannter Magister Beltrame de Jarola geplant haben; es ist wahrscheinlich, dass er vom Veroneser Giovanmaria Falconetto unterstützt wurde, der ein guter Architekt und gleichzeitig schlechter Maler war, wie ebenfalls in dieser Kapelle nachzuvollziehen sein wird, Die Renaissance-Fresken, die alle Wände bedecken, tragen wesentlich zur lichten Atmosphäre des Raumes bei, trotz ihrer unterschiedlichen Qualität. Den größten Teil des Kuppelraumes bemalte der erwähnte Falconetto, der das Anliegen der Renaissance, die Wiederbelebung der antiken Schönheitsideale, auf eigenartige Weise missverstand: die durchaus gelungenen architekturper spektiven, mit denen er die Wände bemalte, stopfte er voll mit allen möglichen Dekorationen, Putten, Allegorien, die er von antiken Monumenten abgeschaut hatte, seine Figuren wirken hölzern, umhüllt von gekünstelten drapierten Tüchern. Geradezu poetisch ist dagegen Paolo Morandos schöne >Verkündigung< an der Schildwand über dem Kapelleneingang. Von sehr guter Qualität sind auch die Fresken der Apsis, sowohl die Heiligendarstellungen im Gewölbe von Domenico Morone wie insbesondere die Szenen aus dem Leben des hl. Blasius von Bartolomeo Montagna an der Wand um den Altar.
Das Altarblatt (Madonna mit den hll. Iuliana und Blasius) ist ein Spätwerk von Francesco Bonsignori (1455—1519). In der rechten Kapellenwand führt eine Tür in die einfache Cappella Britti, die drei sehenswerte Tafelbilder des Tizian—Schülers Palma il Giovane enthält (Geburt, Beschneidung und Darstellung im Tempel). Das vierte ist eine schlechte Arbeit des Simone Bretana (1703).
Auf dem Rückweg zum Stadtzentrum kann man noch der Kirche San Tomaso Cantuariense (24) mit den schönen Portalen (Ende 15 . Jh.) einen kurzen Besuch abstatten. In ihrem Innenraum befindet sich das Familiengrab der Sanmicheli, in dem auch Michele Sanmicheli begraben liegt: die einfache Gruftplatte ist im Fußboden vor dem zweiten rechten Seitenaltar eingelassen, rechts daneben erhebt sich das 1884 errichtete Grabmonument zu Ehren des großen Architekten. Vom künstlerischen Standpunkt ist jedoch allenfalls das Altarblatt des vierten rechten Seitenaltars (hll. Sebastian, Rochus und Onophrius) bemerkenswert, ein Werk des Gerolamo dai Libri (1505).

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