Am oberen Ende der Piazza della Loggia zweigt die langgezogene Via dei Musei ab, die zum ehemaligen Zentrum der römischen Stadt Brixia führt. Aus der belebten Stadt kommend, steht man ganz unvorbereitet vor einem kolossalen Ruinenfeld, aus dem die mächtigen Säulen des Kapitolinischen Tempels (5) aufragen. Er war 73-74 n. Chr. Unter Kaiser Vespasian an der Nordseite des Forums errichtet worden, und die Szenerie der sich in mehreren Stufen den Hang hinaufziehenden Monumentalbauten ist heute noch überwältigend. Die wesentlichen Teile der Anlage sind nach gelungenen Rekonstruktionen wieder sichtbar (die weißen Marmorteile sind Originalstücke, die dunklen Teile verdeutlichende Nachbauten). Geht man an der linken Seite hinauf zum Eingang, blickt man zuerst hinunter auf den ausgegrabenen Vorgängerbau, einen Tempel aus republikanischer Zeit, und auf ein Stück des decumanus mczximus, das das einstmals viel tiefere Straßenniveau anzeigt. Darüber erheben sich die imposanten, 11 m hohen Säulen der Tempelvorhalle, dahinter öffnen sich drei cellae, in denen die höchsten römischen Gottheiten jupiter, Juno und Minerva verehrt wurden. In diesen Tempelzellen mit ihren originalen Mosaikfußböden sind römische Inschriftensteine und Grabreliefs ausgestellt. Ostlich in den Berghang hineingebaut, schließt sich das riesige Halbrund des Römischen Theaters (6) an; vor dem Tempel erstreckt sich das Forum (7), der von öffentlichen Gebäuden gesäumte zentrale Marktplatz der römischen Stadt. Ein Stück davon ist neben der Kirche San Zeno ausgegraben worden. Geht man den Platz hinunter bis zur Piazzetta Labus, erblickt man, eingebaut in eine Häuserfassade, die Reste der Basilica (8), des Versammlungshauses der städtischen Regierung, das das Forum im Süden abschloss.